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Wenden
Seegemeinden an der Goldküste

WENDEN

Auch hier unterscheiden wir wieder ein solches in Brust- und in Rückenlage. In der Brustlage sogar weitere zwei Arten: über und unter Wasser. Ueber Wasser wird deshalb gerne gewendet, weil der Atmung volle Aufmerksamkeit geschenkt werden kann. Der Körper wird (an der Rinne oder an der Stange) an die Bassinwand herangezogen, beim Brustgleichschlag mit beiden Händen, beim Crawl mit einer Hand, während die andere Hand eine Ruderbewegung in Richtung gegen die Bassinwand vollführt, um die Wende zu beschleunigen. Beim Schwimmen im Gleichschlag muss, nebenbei bemerkt, mit beiden Händen gleichzeitig, jedoch nicht mehr auf gleicher Höhe wie früher, angeschlagen werden, wenn nicht Disqualifikation eintreten soll. Dort, wo jedoch ein Erfassen der Wand zum Wenden nicht möglich ist, weil die Haltemöglichkeit fehlt, muss unter Wasser gekehrt werden, was schon schwieriger ist. Der Schwimmer geht wieder so nahe als möglich an die Wand heran und dreht nun nach dem Anschlagen (Gleichschlag = beidhändig, Crawl = einhändig) unter dem Wasser ab, um in die Startlage zu kommen. Zu beachten ist dabei vor allem, dass die Hand oder die Hände nicht abstossen, weil sonst der Körper nur in halbe Strecklage kommt und dafür dann die Beine, weil schon halb gestreckt, nicht mehr mit voller Wucht abstossen können.

Die neueste Art des Wendens hat der Amerikaner Kiefer mit der nach ihm benannten Wendetechnik gebracht. Sie verlangt einen Salto um die Nabelachse. Kiefer zeigte diesen zuerst in der Rückenlage, worauf dann die Holländer den Salto aus der Brustlage anwandten, weshalb die Wende auch Holländerwende genannt wird. In Rückenlage geht der Schwimmer an die Wand heran, berührt mit einer Hand, worauf die angezogenen Beine über das Wasser (um den Wasserwiderstand zu vermeiden) geworfen und gleichzeitig Kopf und Oberkörper in das Wasser gedrückt werden. In der bereits geschilderten «Unterwasserlage» ist nun der Körper zum Abstoss von der Wand bereit. Die Saltowende in Brustlage («Holländerwende») erfolgt auf ähnliche Weise, nur dass der Schwimmer im Moment des Anschlages in Rückenlage abdreht, Kopf und Oberkörper nach unten, die angehockten Beine über das Wasser nach der Wand zu wirft und alsdann, ebenfalls in Unterwasserlage, mit den Beinen von der Wand abstösst.

Seit 1936 wird das Startkommando wie folgt gegeben: Auf «Bereit» stellen sich die Konkurrenten hinter den Startblöcken auf. Dann folgt das Kommando «Auf die Plätze!», worauf die Schwimmer sich zum eigentlichen Start bereit machen. Erst auf den Pfiff oder Schuss hin ist der eigentliche Start freigegeben. Der Vorteil dieser Startart liegt darin, dass derjenige Konkurrent am meisten profitiert, der über das schnellste Reaktionsvermögen verfügt.

Bahnen - Während früher - mit Ausnahme des Rückenschwimmens, wo Fähnchen an einer Schnur aufgehängt wurden - ohne jegliche Abtrennung geschwommen wurde, sind seit den Olympischen Spielen 1924 in Paris die Korkleinen eingeführt worden. In den Hallenbädern erleichtern am Boden eingezeichnete Linien den Schwimmern die Orientierung.

Die Atmung richtet sich nach der besten Auftriebsmöglichkeit. Demnach soll langsam und gut ausgeatmet werden, um das Einatmen so schnell wie möglich zu vollziehen.

Beim Brustgleichschlag atmet man in dem Moment, da der Kopf die höchste Lage erreicht hat, die Arme ihre Triebaufgabe vollziehen, um hierauf sofort wieder den Kopf in das Wasser zu legen, damit den Auftrieb verbessert und nun mit dem langsamen Ausatmen im Wasser beginnt.

Beim Rückengleichschlag ist die Atmung einzig dem Bewegungsrhythmus anzugleichen. Beim Seiten- und Butterflyschwimmen gilt dasselbe. Am schwierigsten ist die Atmung beim Brustcrawl, während beim Back-Crawl dasselbe gilt wie beim Rückengleichschlag. Beim Brustcrawl gilt es, langsam auszuatmen, so dass mit dem Drehen des Kopfes in kürzester Zeit im Wellental die Lungen sich mit Luft füllen können. Dann wird der Kopf sofort geradeaus gedreht, um die Gleichgewichtslage und damit den besten Auftrieb sicherzustellen.

Quelle: Von Fred Jent, langjähriger Präsident des SSCHV, Ausschnitt aus dem Buch "Stadion Schweiz –Turnen, Sport und Spiel" erschienen 1945 im Verlag M.S. Metz in Zürich


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