
Das Schwimmen als Bewegungsform unterliegt einer andern Bewertung als diejenigen Sportarten, die zu Lande zur Ausführung gelangen. Das kalte oder warme, stets aber weiche Element, wie es das Wasser darstellt, verlangt vom Körper, der sich in ihm aufhalten will, locker rhythmische Bewegungen. Besonders in dieser Hinsicht stellt das Schwimmen für den Schweizer einen empfehlenswerten Ergänzungssport dar, der geeignet ist, uns von der angeborenen "Verkrampfung" zu befreien.
Betrachten wir nun zunächst einmal den Wert des Schwimmens ohne Bewegung (statisches Schwimmen) und danach denjenigen des Schwimmens mit Bewegung (dynamisches Schwimmen).
Die erste Auswirkung des Wassers bei einem Badenden in öffentlichen Gewässern erkennen wir im Kältereiz. Infolge der Untertemperatur des Wassers im Vergleich zur Blutwärme wird die Blutmenge in der Haut nach den inneren Organen abgedrängt. Das äussere Zeichen ist die "Gänsehaut". Diese erste Reaktion nennt der Schwimmer "ersten Frost". Bald aber fliesst das Blut wieder in die Haut zurück, und die Zirkulation belebt sich wieder. Bleibt aber der Schwimmer zu lange im Wasser, besonders im tiefgekühlten, dann stellt sich der "zweite Frost" ein, und damit verlangsamt sich erneut die Blutzirkulation. Um diesen äussern Druck auszugleichen muss das Herz vermehrte Arbeit leisten. Hier werden nun die ersten Nachteile eines übertriebenen Schwimmens erkennbar. Je kälter das Wasser, um so eher erscheint die Gefahr des "zweiten Frostes"; je wärmer das Wasser, desto länger wird diese Gefahr hinausgeschoben.
Damit erkennen wir aber auch einen eminent wichtigen Trainingsreiz im Schwimmen: das Vorbeugen gegen Erkältungen. Infolge unserer Lebensweise in rauherem Klima haben allzu viele Schweizer die Fähigkeit verloren, auf Hautreize rechtzeitig zu reagieren. Unsere Blutgefässe müssen sich wieder daran gewöhnen, sich auszudehnen und wieder zusammen zu ziehen, und damit wird eine grössere Abhärtung unserer Jugend erzielt. Interessant ist es, festzustellen, dass regelmässige Besucher eines Hallenbades im Winter die chronische Wintererkältung " Schnupfen" nicht kennen.
"Schwimmen ist Turnen im Wasser", lautet ein Spruch. Tatsächlich erfordert die Bewegung im Wasser ein Strecken und Beugen von Armen und Beinen, Rücken- und Nackenmuskeln, wie wir später noch eingehend darlegen werden. Dazu kommt noch die "Pressung" des Brustkorbes durch den Wasserdruck, die eine bis in die äussersten Lungenspitzen wirksame Tiefatmung notwendig macht. Da aber Bewegungen und Atmung infolge der durch das Wasser bestimmten Atmungsmöglichkeiten festgelegt sind, entsteht ein langer Rhythmus für beide, der dem Körper alle Hast fernhält. Wir gehen allerdings bei dieser Betrachtung vom Training aus und nicht vom Wettkampf.![]()
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Schwimmverein
Limmat Zürich