
Der heutige Schweizerische Schwimmverband ist aus einer Fusion zwischen einer welsch- und einer deutschschweizerischen Organisation im Jahre 1922 hervorgegangen. Er ist der Fachverband für das Schwimmen, Springen und Wasserballspiel. Dagegen wird das Schwimmen auch im Eidgenössischen Turnverein sowie im Schweizerischen Arbeiter Turn- und Sportverband (SATUS) gepflegt, hier mehr auf allgemeiner Basis und weniger als Leistungssport wie beim Fachverband. Immerhin tragen auch diese Organisationen Meisterschaftskämpfe aus. Mehr und mehr dringt indessen die Ansicht durch, dass das getrennt Schwimmen das gemeinsame Kämpfen für die Sache des Schwimmens nicht ausschliesst. So sind Interessengemeinschaften entstanden, die zusammen in den höheren Organisationen (regionale Dachverbände) das Schwimmen als Leibesübung vertreten. Aus diesen Erwägungen heraus ist auch die Interverbandskommission für Schwimmen entstanden, die gesamthaft im Schweizerlande die Kontrolle über die Ausbildung von Schwimminstruktoren ausübt. Der Fachverband führt verschiedene Arten von Wettkampfmöglichkeiten durch: Meisterschaften für Einzelwettkämpfer, für Staffeln, im Kunst- (3 m-Brett) und Turmspringen (5 m- und 10 m-Brett) sowie im Wasserballspiel.
Der Internationale Schwimmverband wurde im Anschluss an die Olympischen Spiele 1908 in London gegründet. Er umfasst nur Amateurschwimmer. Als Zwischenspiele kamen 1927 die Europameisterschaften hinzu, die ebenfalls alle vier Jahre zur Austragung gelangen, jeweilen in zwei Jahren Abstand von den Olympischen Spielen.
Im Programm der neuzeitlichen Olympischen Spiele stand das Schwimmen von Anfang an. Allerdings kamen 1896 in Athen nur der «frei gewählte Stil» über 100, 500 und 1200 m zur Austragung. 1900 in Paris kam das Rückenschwimmen dazu (zunächst über 200 m und später erst über 100 m). Die lange Strecke wurde auf 1000 m verkürzt, dafür eine 5 x 40 m Staffel eingeführt. Auch das Wasserballspiel erschien auf dem Programm. 1904 in St. Louis (USA) wurde erstmals das 400 m Brustschwimmen eingesetzt, ferner 400 m Crawl, dafür die lange Strecke auf eine Meile (1609 m) erhöht. Gleichfalls erstmals erschienen auf dem Programm das Kunst- und das Turmspringen für Männer. 1908 wurde in London die lange Strecke auf 1500 m beschränkt und blieb es in der Folge. Neu war die 4 x 200 m Freistaffel. 1912 in Stockholm war auch Turmspringen für Frauen vorgesehen, sowie über 100 m und 4 x 100 m Staffel Crawlen. 1920 in Antwerpen kamen neu hinzu: 400 m Crawl für Frauen; 1924 in Paris: 100 m Rücken und 200 m Brust für Frauen.
Quelle: Von Fred Jent, langjähriger Präsident des SSCHV, Ausschnitt aus dem Buch "Stadion Schweiz –Turnen, Sport und Spiel" erschienen 1945 im Verlag M.S. Metz in Zürich