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Neuzeitliches Schwimmen
Seegemeinden an der Goldküste

NEUZEITLICHES SCHWIMMEN

Wir unterscheiden zwei Arten von Schwimmen: Das statische und das dynamische Schwimmen. Das statische Schwimmen ist ein solches ohne Bewegung, allein ermöglicht durch das Auftriebsprinzip. Der Auftrieb ist so stark, als die Verminderung des Körpergewichtes um dasjenige des verdrängten Wassers beträgt. Die Mehrheit der Menschen schwimmt statisch ohne weiteres, wenn alle Körperteile plus der Grossteil des Kopfes (nach hinten gelegt, damit die Atmung noch möglich ist) im Wasser liegen. Das statische Schwimmen ist deshalb wichtig, weil es die Voraussetzung und Grundlage für alle Abarten des dynamischen Schwimmens in sich birgt. Aus dem statischen Schwimmen entsteht das dynamische schon mit der kleinsten Ruderbewegung einer Hand.

Das dynamische Schwimmen (Bewegungsschwimmen) arbeitet mit Armen und Beinen. Seine Abarten entstehen aus der Bewegungsart sowie aus der Körperlage (Bauch-, Seiten- oder Rückenlage) heraus.
Eine Bewegung entsteht, wenn ein Druck auf das Wasser erfolgt. Bei den Tieren finden wir eine einfache Form des Druckes zum Beispiel bei der Ente. Diese spreizt die Schwimmhäute, wenn sie die Füsse nach hinten führt, wobei jene einen Druck auf das Wasser ausüben. Beim Nachvornenehmen der Füsse zieht die Ente die Schwimmhäute zusammen. Komplizierter sind die Druckbewegungen bei den Fischen (Schlag des Schwanzes als Wellenbewegung).

Beim menschlichen Schwimmen finden wir letztgenannte Art einer Druckbewegung in der Beinarbeit wieder, beim Wechselschlag (Crawl).

Wie ein Druck allein durch den Auftrieb in eine Bewegung umgesetzt werden kann, zeigt uns folgendes Experiment: Wir halten ein Brett ungefähr einen halben Meter tief unter den Wasserspiegel und lassen es dann los, wenn das eine Ende etwa Handbreite höher steht als das andere Brettende. Infolge des Auftriebes des Holzes «schiesst» das Brett in Richtung des höher gehaltenen Endes schräg aufwärts an die Wasseroberfläche und legt dabei das drei- bis vierfache seiner eigenen Länge zurück.
Eine Sonderart bildet das Tauchen als Form des dynamischen Schwimmens unter Wasser. Hier spielen die Berücksichtigung des Auftriebsmomentes und die Atmung eine besondere Rolle; dafür bleibt sich die Bewegungsart im wesentlichen dieselbe wie über dem Wasser, mit dem Unterschied, dass sie sich in der Körperlage auf die Brustlage beschränkt, während sich die Beinarbeit in die zwei Gruppen des Gleichschlages und des Crawls aufteilt.

Die Atmung schaltet aus, weshalb der Tauchschwimmer vor dem Start die Lungen längere Zeit gut «durchlüftet» und nicht mit prallgefüllten Lungen startet, um nicht durch den starken Druck des Wassers - der desto mehr zunimmt, je tiefer man taucht - zur vorzeitigen Luftabgabe gezwungen zu werden. Bei Wettkämpfen wird die Stoppuhr in dem Moment in Gang gesetzt, da der Konkurrent mit dem Kopf eintaucht; die Uhr wird gestoppt, wenn der Taucher mit dem Kopf an der Wasseroberfläche erscheint.

Quelle: Von Fred Jent, langjähriger Präsident des SSCHV, Ausschnitt aus dem Buch "Stadion Schweiz –Turnen, Sport und Spiel" erschienen 1945 im Verlag M.S. Metz in Zürich


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